Veröffentlicht in Allgemein, Rabenmutter

Ja, ich bin eine Rabenmutter- Und das ist auch gut so

Für Tanja

Was ist eigentlich eine Rabenmutter?

Als erstes frage ich Wikipedia um Rat  (ich frage eigentlich immer Wikipedia): Rabenmutter ist eine deutsche Tiermetapher, die als Schmäh- oder Schimpfwort (Dysphemismus) eine Mutter herabwürdigt, die ihre Kinder aus Sicht des Sprechers vernachlässigt. Der Begriff wird insbesondere für berufstätige Frauen verwendet, die sich angeblich ungenügend um ihre Kinder kümmern.

Ganz schön doof, für Mütter die arbeiten gehen müssen, um über die Runden zu kommen. Da kommt zum ganzen Stress auch noch der Stempel „Rabenmutter“ hinzu. Na prima.

Eins vorweg, ich bin seitdem die Kinder auf der Welt sind nicht mehr berufstätig. Somit bin ich nicht die Rabenmutter. Puh, Glück gehabt!

Nein, im Ernst ich bin eine richtige Rabenmutter und ich kann auch eine richtige Glucke sein. Je nachdem, was gerade gebraucht wird. Good Cop, Bad Cop! Weißt du Bescheid?

Ich bin eine Rabenmutter obwohl ich nicht arbeiten gehe

Meine beiden Kinder werden von mir (habe mich extra an erster Stelle gesetzt, weil ich ja die Hauptarbeit mit den Kindern habe) und meinem Mann doch etwas „fahrlässig“ erzogen. Also nicht so ganz vorschriftsmäßig. Wir haben da sogar ein richtiges Konzept entwickelt.

Es gibt Belohnungen bzw. Bestechungen für eigentlich ganz normale Dinge.

  • Mitmachen bei U-Untersuchungen
  • Mitmachen bei der Schuleignungsuntersuchung
  • Mitmachen beim Nähen der Kopfplatzwunde
  • Mitmachen beim Zahnarztbesuch

 

Die Belohnungen werden vorher hart ausgehandelt, selbst die für das Nähen der Kopfplatzwunde wurde vorher blutend im Auto ausgehandelt. Gut das Kinder käuflich sind, das nutze ich so etwas von aus. Ich schäme mich aber nicht dafür. Seitdem wir das machen, klappt vieles viel besser.

Ich habe nicht den ganzen überflüssigen Baby-Schnickschnack mitgemacht

Nach den Geburten der beiden Kinder bin ich nicht zu folgenden lebenswichtigen Kursen gegangen:

  • PEKiP
  • Babyschwimmen
  • Musikgarten
  • DELFI
  • Baby-Shiatsu
  • Baby-Schwimmen
  • Baby-Sprachkurse
  • Baby-Zeichensprache

 

Und ehrlich gesagt, ich finde die beiden letzteren, doch sehr ähm, äh …… „gewöhnungsbedürftig“  hust, hust. Aber manche Eltern halten ja Mozart und Shakespeare fürs Baby für sehr sinnvoll. Wir sind mit unseren Kindern zur Krabbelgruppe und später dann zum Eltern-Kind-Turnen gegangen. Und den Wasser-Gewöhnungskurs haben die Kinder mit zwei Jahren gemacht. Und ansonsten sind wir einfach raus, an die frische Luft gegangen. Wir haben im Garten gespielt. Ich kenne übrigens ein Kind, das viele der oben aufgeführten Förderkurse mitmachen musste, weil die Mutter das für so wichtig hielt. Das Kind ist so rappelig, das glaubt man nicht.

 

Ein eigenes I-pad, wie schädlich ist das denn?

Unsere Große hat ein eigenes I-pad. Da sie leider keinen Mittagsschlaf mehr macht, aber ich meine Ruhe fürs Schreiben brauche, geht sie mittags mit ihren I-pad ins Bett. Sie schaut Wendy, Horseland, Feuerwehrmann Sam und lauter niedliche Zeichentrickserien. Na und? Ist da was falsch dran? Ja? Okay ich finde es gut. Abends vor dem Einschlafen darf sie auch noch etwas schauen, dann kann ich den Kleinen wenigstens in Ruhe zu Bett bringen.

 

Unsere Kinder sind auch sehr eigen mit dem Essen

  • Sie dürfen Schokolade, Gummibärchen, Pommes und Eis essen —–Dafür verzichten wir auf Gemüse und alles was irgendwie grün ist
  • Wir fahren öfters bei Mc Donalds rum——Weil unsere Kinder und auch wir, das sehr gerne essen
  • Unsere Kinder essen die verpönten Fruchtquetschies ——Manchmal haben sie auch Hunger auf richtiges Obst
  • Sie essen Pommes, oder wie der Kleine sagt “Bommes“ —–sind auch Gemüse, oder?

 

Manchmal sind ein paar Notlügen aber auch unumgänglich

  • Der Fernseher schläft noch
  • Im ganzen EDEKA gab es keine Chips mehr
  • Die Mia and me-Zeitung kommt erst nächste Woche raus
  • Nein, Hähnchen waren niemals lebenden Tiere

 

Wir machen aber auch einiges richtig

Unsere Kinder sind immer:

  • gut gekleidet und sauber
  • leiden keinen Hunger
  • werden regelmäßig geduscht oder gebadet
  • sind regelmäßig in Bewegung
  • wir gehen zu jeder U-Untersuchung
  • unsere Kinder sind geimpft
  • wenn sie krank sind, gehen wir mit ihnen zum Arzt und bringen sie nicht in die Kita
  • sie haben Freunde mit denen sie sich treffen

 

Und das Wichtigste im Leben ist doch, dass wir unsere Kinder lieben und respektieren. Und das sie immer der Mittelpunkt unseres Lebens sind und bleiben. Und genau das, versuchen doch auch alle arbeitenden Rabenmütter (für die meisten zumindest)

Zum Schluss zitiere ich nochmal aus Wikipedia, der zeigt das Raben doch ganz tolle Tiere sind: Einer wissenschaftlichen Untersuchung zufolge sind Raben und Krähen die Vögel mit der größten Intelligenz. Beispielsweise zeigen sie in Experimenten die Fähigkeit, komplexe Handlungen zu planen. Beim Verstecken von Futter zeigen sie sowohl große Merkleistungen als auch die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen

 

Also, liebe Rabenmütter nehmt euch diese Vorwürfe nicht allzu sehr zu Herzen.

 

LG Nadine

 

P.S. Ich nehme mich und viele andere Menschen übrigens auch nicht allzu ernst.

 

 

 

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Autor:

Ich lebe mit meinem Mann und den beiden Kindern (5 und 2 Jahre) auf dem platten Land, kurz vor dem Moor (echt jetzt) in Niedersachsen. Zu unserer Familie gehören noch unser Hund Charlie und unsere Ersatz-Großeltern.

18 Kommentare zu „Ja, ich bin eine Rabenmutter- Und das ist auch gut so

  1. Sehr schöner Beitrag und ich finde auch, dass es jeder so machen sollte wie er es möchte und andere da auch einfach nicht reinzureden haben.

    Wobei wir nicht zu Mc Donalds fahren werden und es allgemein oft gesunde Sachen zu essen geben wird, bestimmt auch mal Süßes, aber das wird eher die Ausnahme sein. Was aber einfach daran liegt, dass wir allgemein sehr gesund essen und Mc Donalds und Co nicht mögen. 😉 Beim iPad bin ich leider auch kein großer Fan von, denn ich sehe bei meiner 6 jährigen Cousine in welche doch sehr falsche Richtung das laufen kann. Die hängt nur am iPad und iPhone und da bekomme ich nur vom
    Hingucken die Krise. 😀

    Aber wie gesagt, dass kann jeder selbst entscheiden und so machen, wie er denkt. 🙂 Wir werden es einfach so machen, wie wir selbst schon leben, von daher müssen wir da gar nichts verändern. 🙂 Und ihr macht es so, deswegen werde ich sicher auch in irgendwelchen Dingen eine Rabenmutti sein – Vll genau weil ich es verbiete. 😀

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  2. Ich bin selber keine Mutter, aber ich denke, dass immer das richtig ist, was man für richtig hält. Solange alle gesund und glücklich sind, ist es doch nicht so wichtig, ob man jetzt mal bei McDonald’s Mittag gegessen hat oder eine vegane, glutenfreie (etc.) Mahlzeit zu sich genommen hat. So sehe ich das zumindest ohne Kinder zu haben 😀
    Lg

    Gefällt 1 Person

  3. Sehr ehrlicher Beitrag 🙂 früher haben wir auch oft und gerne fast food gegessen, doch es kann sich trotzdem so entwickeln, dass Kinder irgendwann gerne Gemüse essen. So wie ich. Und dabei konnte man Gerichte, die ich mochte an einer Hand abzählen.

    Wenn ich es aber so sagen darf, würde ich meinen Kindern schon vorsichtig beibringen, dass sie da Tiere essen.

    Liebe Grüße,
    Susanna
    __________________________
    http://www.susannavonundzustil.de

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  4. Am Ende hat eh immer jemand was auszusetzen. 🙂 Also macht man es wie man es selber für richtig hält und ich finde deinen Weg so super. 🙂 Perfekt ist nämlich sowie so niemand. Auch nicht die, die sich sonst immer dafür halten 😉
    LG Lina

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  5. Ich finde den Begriff „Rabenmutter“ einfach schrecklich. Wenn man auf alles achtet, ist man immer eine Rabenmutter, egal was man tut.
    Ja, mein Kind darf mit 20 Monaten hin und wieder etwas fernsehen (Er liebt das Kikaninchen!) und er bekommt auch manchmal Süßigkeiten. Chips und Schokolade isst er einfach gern. Natürlich bekommt er das nur hin und wieder und darf dann halt einmal abbeißen. Wichtiger ist es doch, dass die Kinder geliebt werden und es ihnen gut geht. Viele achten in den ersten zwei bis drei Jahren auf alles und danach wird gesündigt bis zum geht nicht mehr. Danach ist es also egal? Warum achtet man dann in den ersten paar Jahren so akribisch auf alles?

    Diesem Thema habe ich mich auch schon mal gewidmet und ja, es gibt richtige Rabenmütter und -väter. Falls es euch interessiert: Ich würde mich freuen, wenn ihr euch meinen Beitrag auch durchlesen würdet. =) http://kindleinkomm.at/rabenmuetter/

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