Veröffentlicht in Allgemein, Aufwachen Deutschland, Schlafmittel für Kinder, Zaubertropfen

Ich kriege gerade so einen Hals- Eltern geben ihren Kindern Zaubertropfen? Was läuft eigentlich noch alles schief in dieser Welt?

 

„Ich würde gerne mal wieder acht Stunden schlafen, aber eigentlich will ich meinem Kleinen keine Schlafmittel geben. Nur mein Körper bricht unter der Müdigkeit zusammen.“

Oder: „Das ist meine letzte Option, endlich mal wieder eine Nacht schlafen zu können.“

Oder: „Geschmeckt hat’s ihr nicht, aber wir nennen sie Zaubertropfen und so hat sie das Zeug doch geschluckt. Wer will schon nicht zaubern?“

 

So oder so ähnlich findet man viele Einträge in Elternforen.

 

Entschuldigung? Bitte was? Das sind doch nur alles blöde Ausreden! Das ist fatal und grobfahrlässig was diese Eltern ihren Kindern antun.

 

90 bis 95 Prozent der Kinder sind gesund, sie haben nur einen anderen Schlafrhythmus. Schlimm ist aber auch, dass es Schlafmittel für Kinder gibt, die nicht verschrieben werden müssen, weil sie frei verkäuflich sind. Die Mittel können psychisch abhängig machen und innere Organe wie Leber und Niere schädigen, es kann – auch in niedrigen Dosen – zum Atemstillstand kommen. Oder es werden den Kindern andere Medikamente geben, die müde machen. Ich gebe hier jetzt extra kein Beispiel an.

Eltern sollten viel mehr wissen, dass es normal ist, wenn das Kind abends nicht so gut einschläft oder nachts häufig aufwacht. Die allermeisten Kinder haben gar kein Schlafproblem. Der kleine Körper holt sich so viel Schlaf, wie er braucht – nur nicht unbedingt nachts, so dass sich ihr Rhythmus häufig nicht mit dem der Eltern verträgt. Nicht die Kinder brauchen also mehr Schlaf, sondern die Eltern. Mütter müssen ihre Erschöpfung loswerden.

Auch ich weiß was es heißt, wenn die Kinder einen den Schlaf rauben. Erst weil sie gefühlt ständig nachts die Flasche bzw. Brust brauchen. Es muss ein Schlafrhythmus gefunden werden, was Lange dauert. Dann weil sie noch gar nicht müde sind und hundert Ausreden haben. Unserer Großen habe ich auch jeden Abend sämtliche Conni-Bücher rauf und runter vorgelesen, bis sie endlich einschlief.  Unser Kleiner ist eher der, der ständig wach wird, weil er nachts Durst hat. Beides ist nervig, ja verdammt nochmal! Aber da war bei mir niemals auch nur der Gedanke, meinem Kind Schlafmittel zu geben. Auch wenn ich oft genug am Ende meiner Kräfte war und buchstäblich am Stock ging. Meine Erschöpfung steigert sich dann nochmals, wenn die Kinder krank waren. Ein fataler Kreislauf aus dem man schwer herauskommt.

Richtig schlaue Tipps kann ich auch nicht geben. Ich bin auch keine Expertin, sondern nur eine Mutter. Eltern sollten einfach nur nach ihrem Gefühl gehen und das tun, was das Beste fürs Kind ist.

Ich denke ein ganz großer Punkt sollte die Entschleunigung des Alltags sein. Nicht schon die Kleinsten mit einem vollen Terminkalender überfordern. Zu viel Input überfordert und das müssen die Kleinen erst verdauen. Und das machen sie meistens im Schlaf.

Die Kinder für ein Hobby, das sie oder er sich selbst ausgesucht haben, begeistern und unterstützen. Nicht pushen.

Mit den Kindern Zu-Bett-gehen-Rituale einführen um zu zeigen, jetzt geht es ins Bett. Jetzt wird nicht mehr aufgestanden. Jetzt wird geschlafen.

Eine angenehme Schlafsituation anbieten. Und wenn es sein muss, die Kinder im Elternbett schlafen lassen. Ist bei uns auch so.

Das (natürlich schon etwas Ältere) Kind mal richtig austoben lassen, meine schlafen nach dem Kinderturnen fast am Tisch ein. Meine Meinung ist, das Bewegung Blockaden löst. Und wenn das Wetter schön ist, die Kinder draußen spielen lassen. Lasst sie sich dreckig und matschig machen.

 

Und wenn Mama einfach mal eine Mütze voll Schlaf braucht, dann muss Papa mal einspringen. Lieber eine etwas unbequemere Nacht auf dem Sofa als ständig wach zu sein in der Nacht. Eine ausgeschlafene Mama den Tag über kann sich schon sehr positiv auf das Kind auswirken.

 

BITTE, BITTE, LIEBE ELTERN GEBT EUREN KINDERN KEINE SCHLAFMITTEL!!!!!!!!

 

 

 

Teilweise zitiert aus der Quelle: n-tv.de , Britta Schultejans, dpa