Veröffentlicht in Allgemein, Blogparade, Der schönste Moment mit meinen Kindern, Hebammen, Kinder

Was bedeutet Geburt für mich?

 

 

Die zwei wundervollen Geburten die ich erleben durfte, waren die Geburten meiner beiden Kinder. Beide Kinder wurden per Kaiserschnitt entbunden. Kind Nr. 1 war ein ziemlich schneller Sofort-Kaiserschnitt und Kind Nr. 2 wurde vorsichtshalber per geplanten Kaiserschnitt geboren. Aber mal der Reihe nach:

Ich hatte eine anstrengende Schwangerschaft mit frühzeitigen Wehen und ständiger Übelkeit. Am Morgen des errechneten Termins hatten wir einen Kontrolltermin beim Frauenarzt. Die ganze Nacht war schlecht, ich war zigmal zur Toilette gerannt. Mir war schlecht. Geschlafen hatte ich kaum. Ich war einfach nur fertig und bereit endlich mein Baby zu bekommen.  Der Frauenarzt aber meinte ich hätte keine Wehen. Alles gut, bis in 3 Tagen. Er machte noch Scherze, ich konnte irgendwie nicht drüber lachen.

Als wir wieder zu Hause waren tröpfelte meine Fruchtblase. Telefonat mit meiner Hebamme. Sie sagte, dass wir sofort in die Klinik fahren sollten.

Als wir in der Klinik ankommen war ich völlig fertig. Ich heulte nur noch. Eine unfreundliche Hebamme empfing uns. Ich konnte gar nicht sprechen. Mein Mann erklärt der Hebamme was war. Ihre schnippische Antwort:

„Sie bekommen, ein Baby, das ist doch kein Grund zum Weinen.“

Wieviel Fingerspitzengefühl diese Frau hatte, unglaublich.

Wir kamen in den Kreißsaal zu einer freundlicheren Hebamme. Erstmal folgte die Routine, CTG, der Arzt wurde verständigt. Der übliche Ultraschall wurde gemacht.  Plötzlich ging alles ganz schnell, der Oberarzt kam dazu. Das CTG wäre nicht in Ordnung, das Baby zu klein und schwach. Irgendetwas stimmte mit ihrer Harnblase nicht. Sofortiger Kaiserschnitt. Wir willigten ein. Im OP empfing man mich freundlich. Ich war total überrumpelt. Ich wusste gar nicht was mit mir geschah. Meinem Mann ging es genauso. Das war das Gute dran, wir hatten kaum Zeit, Angst zu haben.

Während der Narkoseeinleitung ging mein Blutdruck plötzlich flöten. Der Anästhesist hatte aber alles im Griff. Er gab mir Sauerstoff über eine Maske, ich bekam Platzangst. Dass mein Mann inzwischen auch im OP angekommen war, hatte ich überhaupt nicht mitbekommen. Ich bat ihn, mich von dieser Maske zu befreien, aber er verstand kein Wort. Irgendwann hatte der Anästhesist Mitleid, und befreite ich. Ich stabilisierte mich und der Kaiserschnitt konnte beginnen. 

Während der OP fragte der Gynäkologe plötzlich: Was erwartet ihr denn? Ein Mädchen oder einen Jungen

Und ich ganz stolz: Ein Mädchen

Dann meinte er: „Und wenn ich da jetzt einen Jungen raushole, was ist dann?“

Oh, oh! Sah der gerade mehr? Er hatte ja jetzt den besten Blick.

Meine Antwort: „Dann muss da jemand verdammt lange rosa tragen“.

Der ganze OP lachte.

Das war der Moment, auf den der Gynäkologe gewartet hatte. Eine kleine Ablenkung für mich, damit ich das Rumpeln nicht so merkte. Unsere kleine Maus war geboren.

Der Gynäkologe ganz trocken: „Nee, ist schon ein Mädchen.“

Sie kam sofort zur Kinderärztin. Schneller Check. Alles gut. Unser Mädchen war putzmunter und kerngesund. Wir waren sehr erleichtert. Und so glücklich. Selbst meinem Mann kamen die Tränen. Das hatte ich bei ihm noch nie gesehen.

Dann sah ich sie ganz kurz. Meine Tochter. Es war Liebe auf den ersten Blick.

Es folgte wieder die Routine. Ich wurde zugenäht, mein Mann war die ganze Zeit bei unserer Tochter, das beruhigte mich.

Nach schier endlosen Minuten des Wartens kam ich in den Kreißsaal zurück, wo mein Mann, meine Tochter und die Hebamme schon auf mich warteten, Ich war so komplett fertig, die Hebamme stellte die Kleine im Wärmebettchen an mein Bett ran. Jetzt konnten wir uns richtig beschnuppern. Eine ganz wertvolle, intensive Zeit. Mein Mann machte einige Fotos davon, die schaue ich mir immer noch sehr gerne an. Die Hebamme gab uns viel Zeit, das war sehr wichtig.

Wir sind so froh und dankbar, dass unsere Tochter gesund auf die Welt gekommen ist, dass alles nur falscher Alarm gewesen ist. Aber wir haben auch verdammt viel Glück gehabt, dass alles zum Guten verlaufen ist.

 

Nach all dem Trubel, war uns die Lust auf ein zweites Kind irgendwie vergangen. Aber als Kind Nr. 1 dreieinhalb Jahre war kam ihr kleiner Bruder auf die Welt. Dieses Mal machte ich mir schon sehr früh Gedanken über die Geburt. Mein Frauenarzt zeigte großes Verständnis und ich meldete mich zum geplanten Kaiserschnitt an. Ich war beruhigt. Mir war lange Zeit wohl nicht klar gewesen, wie traumatisch die Geburt von Kind Nr. 1 für mich gewesen war.

Es verlief alles in ruhige Bahnen. Wir kamen morgens in der Klinik an, ich bekam mein Zimmer. Und dann hieß es warten, warten, warten. Die Zeit zog sich endlos hin. Gegen Mittag ging es in den OP. Da hieß es wieder warten. Wenigstens bekam ich ab und zu eine Hebamme zu sehen. Ich wurde für den Kaiserschnitt vorbeireitet. Bei der Narkoseeinleitung wieder das gleiche Spiel. Der Kreislauf ging mal wieder in den Keller, mein Mann durfte nicht in den OP. Die Narkoseärzte hatten aber alles schnell im Griff, ich erholte mich schnell. Die Ärzte holten unseren kleinen Schatz, schnell und komplikationslos, während ich noch mit den Nebenwirkungen der Narkosemittel kämpfte. Dann kam der große Moment. Wir sahen unseren Sohn das erste Mal. Wieder verschleierten Tränen meinen Blick. Auch mein Mann bekam ein Taschentuch gereicht. Wir durften unseren Sohn ganz lange, noch im OP kennenlernen. Das war so schön. Nach dem Nähen musste ich noch für eine Stunde auf die Überwachungsstation. Die wahre Folter für mich. Mein Mann war die ganze Zeit bei unserem Sohn und fotografierte auch ganz eifrig. Als ich dann wieder auf meinem Zimmer war, konnte ich den kleinen Mann erst einmal genau begutachten. Mein Mann fuhr nach Hause und holte die große Schwester. Auch die war sehr gespannt auf ihren Bruder. Wir genossen die ersten Stunde zu viert.

 

Diese beiden Geburten sind jetzt fast sechs und zweieinhalb Jahre her, aber ich kann mich noch an ganz viele Momente erinnern, als wären sie erst gestern passiert. Diese zwei Geburten sind das wichtigste, intensivste und schönste Ereignis in meinem Leben gewesen. Und ich bin froh und dankbar dafür.

 

Dies ist mein Beitrag zur Blogparade der lieben Tanja von herzbauchwerk

Veröffentlicht in Allgemein, Blogparade, Der schönste Moment mit meinen Kindern, Herzblut, Kinder, Mein Wort 2017, Moro-Reflex

Mein Wort für 2017

 

Was ist mein Wort für 2017? Welches Wort soll mich 2017 begleiten? Welches Wort soll 2017 für mich stehen? Eine gute Frage. Nach kurzem Nachdenken komme ich auf das Wort:

 

 

HERZBLUT

 

 

Okay, und warum jetzt? Ich versuche es zu erklären.

 

Ich bin Mutter von zwei kleinen Kindern. Ich bin eine Löwenmutter mit ganz viel HERZBLUT. Unsere große Tochter war nie so ganz einfach. Erst kam eine ausgeprägte Fremdelphase und dann eine sehr ausgeprägte Trotzphase. Aber beide Male bin ich gemeinsam, mit meiner Tochter durch diese schwere Zeit gegangen. Ich habe das nicht einfach so abgetan, so nach dem Motto:

„Stell dich nicht so an“!

„ Irgendwann vergeht diese Phase schon wieder“.

Ich bin der Sache auf dem Grund gegangen. Warum ist meine Tochter so? Gibt es das bei anderen Familien auch? Was kann man dagegen tun? Bei der Trotzphase haben wir einfach nur versucht auf unsere Tochter einzugehen, sie ernst zu nehmen, auch wenn es schwerfiel. Es war eine ziemlich schwere Zeit. Geholfen hat mir, darüber zu schreiben, es noch einmal mit zu erleben, es abzuschließen. Als ich diesen Artikel in meinen Blog stellte, merkte ich, wie viele Familien auch damit bzw. dagegen zu kämpfen haben. Wenn mein Artikel nur einer Familie geholfen hat, ist es schon gut gewesen.

Die Fremdelphase war schon eine härtere Nuss, es war ein noch nicht vollständig abgebauter Moro-Reflex. Das konnten wir alleine nicht überwinden. Sie verweigerte jegliche U-Untersuchungen, Zahnarztbesuche, Sprachstands- Messung. Wir mussten uns professionelle Hilfe suchen. Auch da stand ich meiner Tochter immer bei. Sie machte das großartig. Nach mehr als einem Jahr harter Arbeit sind wir jetzt am Ziel angekommen.

U-Untersuchungen, Impfungen und Zahnarzt sind kein Problem mehr, und die Schuleignungs-Untersuchung hat sie auch gemeistert. Auch habe ich über diese Erfahrungen in meinem Blog geschrieben. Das Interesse daran war sehr groß. Das schönste Lob bekam ich aber von unserer Therapeutin. Ein paar Monate nach Abschluss unserer Therapie, schrieb ich ihr eine E-Mail. Ich schrieb das unsere Tochter die Schuleignungs-Untersuchung gemeistert hätte und verwies auf meinen Blog-Beitrag. Sie schrieb mir mit sehr beeindruckenden Worten zurück, dass sie mich immer als liebevolle Mutter erlebt hätte, die hundertprozentig hinter ihrem Kind stehen würde. Und das es sehr angenehm gewesen wäre, mit uns zu arbeiten. HERZBLUT!!!! Das ist HERZBLUT!!!!

Ich würde jeden dieser Schritte genauso wieder gehen. Ich werde meine beiden Kinder weiterhin als das größte Glück auf Erden sehen, die es tausend prozentig verdient haben, die größtmögliche Unterstützung für einen optimalen Start ins Leben zu bekommen. Auch wenn ich so manches Mal, schon an meine Grenzen gekommen bin, lohnt es sich. Wenn ich abends meine schlafenden Kinder anschaue, dann weiß ich wofür ich das alles tue. Da lodert denn so ganz ruhig eine Flamme in mir. Die Flamme hat den Namen HERZBLUT.

 

Für 2017 habe ich mir vorgenommen mit mindestens genauso viel HERZBLUT meine Kinder zu unterstützen und zu begleiten. Die Große wird einen riesigen Schritt in Richtung Schule machen müssen. Der Kleine kommt in den Kindergarten und wird dort seine Fortschritte machen. Und ich kann mehr Zeit und HERZBLUT in meine Leidenschaft, das Schreiben, investieren. Schreiben ist wie Therapie für mich. Denn auch wenn ich schreibe, lodert eine ganz kleine ruhige Flamme in mir, ihr wisst schon welche, oder?

 

 

 

Dies ist mein Beitrag zur Blogparade von Tellyventure

Und gleichzeitig habe ich diesen Text auch für die Blogparade von Michael von Zeit für Plan B verwendet. Danke für das schöne Thema

Veröffentlicht in Allgemein, Blogparade, Der schönste Moment mit meinen Kindern, Kinder

Mein schönster Moment mit meinen Kindern-Blogparade

 

Mit meinen zwei Kindern habe ich schon viele schöne Momente erlebt. Und ich hoffe das ich noch ganz viele schöne Momente mit ihnen erleben werde.

Aber der aller schönste Moment war ganz klar, der erste Moment mit meinen neugeborenen Babys. Jede Mutter weiß, wie schön und einzigartig dieser Moment ist. Auf diesen Moment hatte ich mich so sehr gefreut. Es war umwerfend, aber bei beiden Kindern komplett unterschiedlich.

Kind Nr. 1 kam ziemlich schnell per Sofort-Kaiserschnitt auf die Welt. Und da die Ärzte den Verdacht hatten, das sie nicht ganz gesund wäre, kam sie sofort zur Kinderärztin. Nach dem ersten Check durfte ich sie kurz sehen. Entwarnung, alles gut. Nur konnte ich sie kaum sehen, da meine Augen voller Tränen waren. Erst als ich zurück in den Kreißsaal kam, sah ich sie dann. Mein Mann war schon längst mit unserer Tochter dort angekommen, während ich noch zugenäht wurde. Die Hebamme badete sie und zog sie an. Dann stellte sie meine Tochter im Wärmebettchen an mein Bett. Endlich konnte ich sie richtig sehen, auch mal anfassen und mit ihr sprechen: Hallo, hier ist deine Mama! Oh, was bist du süss! Was hast du schon für lange Haare!

Die Fotos die mein Mann in diesen Momenten von uns schoss, sind bis heute noch sehr wichtig für mich. Ich schaue sie mir immer noch sehr, sehr gerne an. Die Hebamme gab uns damals sehr viel Zeit für diese Momente. Das war sehr rücksichtsvoll von ihr.

Kind Nr. 2 kam per geplanten Kaiserschnitt auf die Welt. Das kam nicht so überraschend, da konnte ich vorher planen. So ein bisschen zumindest. Meinen Mann hatte ich gebeten, wieder ganz viele Fotos zu machen. Und dieses Mal bekam ich Nr.2 noch im OP zu sehen. Die Hebamme hielt ihn uns ganz lange hin. Ich konnte ihn trotz vieler Tränen sehen und sogar küssen. Wegen eines Kreislaufabfalls musste ich dann noch zur Beobachtung in den Aufwachraum. Wertvolle Zeit ging mir verloren, aber mein Mann knipste fleißig. Auch diese Fotos schaue ich mir immer noch oft an. Die verlorene Zeit holten wir nach, als mein Mann die große Schwester ins Krankenhaus holte. Ich hielt Nr. 2 die ganze Zeit im Arm. Ich konnte ihn fühlen und riechen. Wir kuschelten und erholten uns von dem Stress.

Dann kann ich mich noch bei beiden Kindern an das erste Kuscheln, das erste Stillen und die ersten Nächte erinnern. Die einfach ganz tief in meinem Herzen und meinen Erinnerungen verankert sind und dort für immer bleiben.

 Gleichzeitig möchte ich aber auch den schlimmsten Moment mit meinem Kind nicht vergessen. Mein sechs Monate altes Baby lag mit einem bösen Virusinfekt in der Kinderklinik. Man musste ihm einen Zugang über die Kopfvene legen. Das war wirklich ein grausamer Anblick für mich. Mein kleiner Schatz lag schweratmend in diesem Krankenhausbett und ich war so machtlos. Inzwischen ist das fast zwei Jahre her, aber vergessen werde ich das nie.

 

Die ist mein Beitrag zur Blogparade der lieben Yvi