Veröffentlicht in Allgemein, Kinder, Mehr Zeit für mich, Mein Wort 2017, Thema des Monats

Mehr Zeit für mich

 

Mitten in der Nacht steht eine Fee an meinem Bett und weckt mich mit ihrem Zauberstab.

„Liebe Nadine“, sagt sie, du hast dir heute einen ganz besonderen Tag verdient. Deine Kinder sind versorgt. Dein Mann ist beschäftigt. Du darfst den ganzen Tag nur das machen was du möchtest“. Dann pustet sie mir noch ein bisschen Feenstaub ins Gesicht und ist auch schon wieder verschwunden.

Wenn das wirklich wahr wäre, wie würde so ein freier Tag dann für mich aussehen? Ich spinne mal los.

Es ist ein warmer Juni-Morgen. Gerade mal 22°C warm, es weht ein laues Lüftchen. Ich habe ausgeschlafen und döse noch lange in den Kissen. Ich dusche ausgedehnt, nun bin ich wach. Gut gelaunt gehe ich frühstücken, ins Bistro ein paar Straßen weiter. Nachdem ich nur lauter gesunde und wohlschmeckende Dinge vom reichhaltigen Buffet gegessen habe, gönne ich mir noch einen Latte auf der Sonnenterasse. Sonne tanken ist angesagt.

Dann gehe ich zu meiner Friseurin. Dort lasse ich mich mit dem vollen Programm verwöhnen. Meine Haare sind so trocken, sie brauchen besonders viel Pflege. Der neueste Klatsch und Tratsch wird durchgekaut. Oh diese Kopfmassage ist göttlich, bitte nicht aufhören.

Einen Raum weiter wartet schon meine Kosmetikerin auf mich. Hier noch einmal das Ober-Verwöhn-Programm für mich. Das Besondere Highlight: dieses Moorwärmekissen in meinem Rücken, wärmt entspannt mich total. Während die Feuchtigkeitsmaske auf meinem Gesicht einwirkt bekommen meine Fingernägel einen neuen Schliff. Noch mehr Wellness geht fast nicht.

Danach gehe ich ganz entspannt ein paar Stunden shoppen. Irgendetwas fehlt ja immer im Schrank. Und keiner muss alle 200 Meter Pipi. Ich gehe in jedes Geschäft und schaue mich um. Ich probiere die Sachen sogar an, jetzt wo ich die Zeit dafür habe.

in einem kleinen gemütlichen Restaurant esse ich zu Mittag. Mit Dessert und Cappuccino, aber ohne Unterbrechungen  

Am Abend komme ich erschöpft zu Hause an. Ich schaue noch ein bisschen Fernsehen, leere die halbe Flasche Wein aus dem Kühlschrank, und gehe dann ziemlich tüttelig ins Bett.

 

STOPP!!!!!!

 

IST JA GUT JETZT!!!!!

 

Das wäre für mich schon zu viel des Guten.

 

Liebe gute Fee,

komm nochmal an mein Bett. Ich habe keine großen Wünsche für mehr Zeit für mich. Aber ein paar kleine, wenn du mir die erfüllen könntest, das wäre schon was wert.

  •   Ich möchte mal einen Tag ausschlafen können und den ganzen Tag das Bett nicht verlassen zu müssen
  •   Ich möchte ohne Stress zum Friseur gehen können.
  •   Ein Termin bei der Kosmetikerin wäre auch nicht schlecht.
  •   Einmal in der Woche möchte ich zum Sport gehen können und nicht zu müde vom Alltag sein
  •   Ich möchte eigentlich keine Diät mehr machen müssen
  •   Ich möchte alleine zur Toilette gehen
  •   Ich möchte alleine duschen
  •   Einmal am Tag möchte ich meine Tasse Kaffee noch warm trinken
  •   Ich möchte, dass wir alle gemeinsam zu Abend essen und dabei sitzen bleiben. So können wir uns wenigstens mal in Ruhe unterhalten
  •   Ich möchte das wir am Sonntag gemeinsam etwas als Familie unternehmen. Schwimmen gehen oder in den Zoo. Das ist gemeinsame Zeit für die Seele von uns allen
  •   Ich möchte alleine Schokolade, Chips und Eis essen, ohne schlechtes Gewissen

 

Siehst du liebe, gute Fee das sind doch gar keine großen Wünsche, oder? Kriegen wir das hin?

Dieser Beitrag wurde inspiriert vom Müttermagazin mit dem Thema des Monats: Mehr Zeit für mich. Vielen Dank das ich daran teilnehmen durfte.

Und noch eine weitere Blogparade hat diese wunderschöne Thema aufgeriffen. Liebe Kuchenerbse, DANKE das ich daran teilnehmen darf

 

 

Veröffentlicht in Allgemein, Blogparade, Der schönste Moment mit meinen Kindern, Herzblut, Kinder, Mein Wort 2017, Moro-Reflex

Mein Wort für 2017

 

Was ist mein Wort für 2017? Welches Wort soll mich 2017 begleiten? Welches Wort soll 2017 für mich stehen? Eine gute Frage. Nach kurzem Nachdenken komme ich auf das Wort:

 

 

HERZBLUT

 

 

Okay, und warum jetzt? Ich versuche es zu erklären.

 

Ich bin Mutter von zwei kleinen Kindern. Ich bin eine Löwenmutter mit ganz viel HERZBLUT. Unsere große Tochter war nie so ganz einfach. Erst kam eine ausgeprägte Fremdelphase und dann eine sehr ausgeprägte Trotzphase. Aber beide Male bin ich gemeinsam, mit meiner Tochter durch diese schwere Zeit gegangen. Ich habe das nicht einfach so abgetan, so nach dem Motto:

„Stell dich nicht so an“!

„ Irgendwann vergeht diese Phase schon wieder“.

Ich bin der Sache auf dem Grund gegangen. Warum ist meine Tochter so? Gibt es das bei anderen Familien auch? Was kann man dagegen tun? Bei der Trotzphase haben wir einfach nur versucht auf unsere Tochter einzugehen, sie ernst zu nehmen, auch wenn es schwerfiel. Es war eine ziemlich schwere Zeit. Geholfen hat mir, darüber zu schreiben, es noch einmal mit zu erleben, es abzuschließen. Als ich diesen Artikel in meinen Blog stellte, merkte ich, wie viele Familien auch damit bzw. dagegen zu kämpfen haben. Wenn mein Artikel nur einer Familie geholfen hat, ist es schon gut gewesen.

Die Fremdelphase war schon eine härtere Nuss, es war ein noch nicht vollständig abgebauter Moro-Reflex. Das konnten wir alleine nicht überwinden. Sie verweigerte jegliche U-Untersuchungen, Zahnarztbesuche, Sprachstands- Messung. Wir mussten uns professionelle Hilfe suchen. Auch da stand ich meiner Tochter immer bei. Sie machte das großartig. Nach mehr als einem Jahr harter Arbeit sind wir jetzt am Ziel angekommen.

U-Untersuchungen, Impfungen und Zahnarzt sind kein Problem mehr, und die Schuleignungs-Untersuchung hat sie auch gemeistert. Auch habe ich über diese Erfahrungen in meinem Blog geschrieben. Das Interesse daran war sehr groß. Das schönste Lob bekam ich aber von unserer Therapeutin. Ein paar Monate nach Abschluss unserer Therapie, schrieb ich ihr eine E-Mail. Ich schrieb das unsere Tochter die Schuleignungs-Untersuchung gemeistert hätte und verwies auf meinen Blog-Beitrag. Sie schrieb mir mit sehr beeindruckenden Worten zurück, dass sie mich immer als liebevolle Mutter erlebt hätte, die hundertprozentig hinter ihrem Kind stehen würde. Und das es sehr angenehm gewesen wäre, mit uns zu arbeiten. HERZBLUT!!!! Das ist HERZBLUT!!!!

Ich würde jeden dieser Schritte genauso wieder gehen. Ich werde meine beiden Kinder weiterhin als das größte Glück auf Erden sehen, die es tausend prozentig verdient haben, die größtmögliche Unterstützung für einen optimalen Start ins Leben zu bekommen. Auch wenn ich so manches Mal, schon an meine Grenzen gekommen bin, lohnt es sich. Wenn ich abends meine schlafenden Kinder anschaue, dann weiß ich wofür ich das alles tue. Da lodert denn so ganz ruhig eine Flamme in mir. Die Flamme hat den Namen HERZBLUT.

 

Für 2017 habe ich mir vorgenommen mit mindestens genauso viel HERZBLUT meine Kinder zu unterstützen und zu begleiten. Die Große wird einen riesigen Schritt in Richtung Schule machen müssen. Der Kleine kommt in den Kindergarten und wird dort seine Fortschritte machen. Und ich kann mehr Zeit und HERZBLUT in meine Leidenschaft, das Schreiben, investieren. Schreiben ist wie Therapie für mich. Denn auch wenn ich schreibe, lodert eine ganz kleine ruhige Flamme in mir, ihr wisst schon welche, oder?

 

 

 

Dies ist mein Beitrag zur Blogparade von Tellyventure

Und gleichzeitig habe ich diesen Text auch für die Blogparade von Michael von Zeit für Plan B verwendet. Danke für das schöne Thema